Unfall


Verkehrsunfall und was man tun kann

Ein Verkehrsunfall ist ein unangenehmes Ereignis, das spontane Ängste und Verwirrung auslösen kann. Manchmal beginnen die wirklichen Probleme erst, wenn der Unfallort längst geräumt ist. Rechtliche Fragen aus verschiedenen Gebieten sind zu klären. Ausgangspunkt dabei ist, herauszufinden, wer den Verkehrsunfall verschuldet hat. Nicht immer kann die Schuld eindeutig zugeordnet werden. Das Verkehrsrecht in Leipzig und in anderen Städten ist häufig kompliziert. Neben Fragen aus dem Ordnungswidrigkeiten- oder Strafrecht sind möglicherweise verwaltungsrechtliche Fragen zu klären, wenn es um den Führerschein oder um den Zustand eines Fahrzeuges geht. Wichtig ist auch die zivilrechtliche Feststellung, wer zum Ersatz des entstandenen Schadens verpflichtet ist.

Erste Entscheidungen

Direkt nach einem Verkehrsunfall sind Ruhe und Konzentration auf das Wesentliche geboten. Die erste Entscheidung, die getroffen werden muss, betrifft die Polizei. Soll der Unfall polizeilich aufgenommen werden, oder handelt es sich lediglich um einen Bagatellunfall, der nach Austausch von Personalien und Versicherungsdaten von den Beteiligten und ihren Versicherungen selbst geregelt werden kann? Im Zweifelsfall gibt das von der Polizei angefertigte Unfallaufnahmeprotokoll die Sicherheit, dass alle Informationen, die von der Versicherung später für die Schadensregulierung gebraucht werden, festgestellt sind. Eine Regelung „ohne Polizei“ bedeutet in der Regel auch „ohne Versicherung“ und will deshalb gut bedacht sein. Wird der Unfall der eigenen Versicherung nicht unverzüglich angezeigt, droht bei einer späteren Schadensmeldung die Ablehnung.

Klärung der Schuldfrage

Nicht nur zur Wahrung der Rechtsordnung, sondern auch zur Klärung der Frage, wer wem Schadensersatz leisten muss, ist zunächst die Frage des Verschuldens zu klären. Am Unfallort ist zunächst Vorsicht geboten. Unbedachte Äußerungen könnten später als Schuldanerkenntnis gewertet werden. Auf Schuldanerkenntnisse des Gegners ist nur dann Verlass, wenn sie vor Zeugen geäußert oder schriftlich bestätigt worden sind. Ist die Sachlage nicht eindeutig, sollte die Aufklärung der Polizei überlassen bleiben. Am Unfallort gemachte Fotos von den Fahrzeugen und den entstandenen Schäden können hilfreich sein. Auch Detailaufnahmen aus der unmittelbaren Umgebung können später bei der Verteidigung oder bei der Begründung von zivilrechtlichen Ansprüchen helfen.

Wer ersetzt den Schaden?

Damit Unfallschäden bezahlt werden, gibt es in Deutschland die Haftpflichtversicherung für jedes Kraftfahrzeug. Nach Feststellung des Verschuldens muss die Haftpflichtversicherung des Schuldigen die den anderen Unfallbeteiligten entstandenen Schäden ausgleichen. Um einen Schaden bei der gegnerischen Versicherung korrekt und vollständig anzumelden, empfiehlt es sich, die Hilfe eines Anwalts für Verkehrsrecht in Anspruch zu nehmen. Die Kosten des Rechtsanwalts zählen mit zum Schaden und müssen von der gegnerischen Versicherung übernommen werden. Der Spezialist für Verkehrsrecht in Leipzig wird sich bei Bedarf auch um die Bestellung eines eigenen Sachverständigen für die Schadensbegutachtung kümmern.

Vertretung im Gerichtsverfahren

Wird eigenes Verschulden oder das Bestehen einer Mitschuld festgestellt, kann die eigene Versicherung vom Unfallgegner in Anspruch genommen werden. Kommt es zur Klage, wird neben der Versicherung auch der Versicherungsnehme selbst verklagt. Eine Vertretung durch einen eigenen Rechtsanwalt ist in diesem Fall nicht nötig, weil die Versicherung die Vertretung mit übernimmt. Der eigene Rechtsanwalt für Verkehrsrecht sollte aber immer dann beauftragt werden, wenn sich vor Gericht die Interessen der Versicherung und die Interessen des Versicherten nicht decken. Ein von der Versicherung beauftragter Rechtsanwalt ist vorrangig den Interessen seiner Auftraggeberin, der Versicherung, verpflichtet.