Arbeitsverträge


Der Arbeitsvertrag als rechtlichen Grundlage - das sollten Arbeitgeber wissen

Hat sich ein Bewerber für eine zu besetzende Arbeitsstelle gefunden, folgt der Arbeitsvertrag, auf den Arbeitgeber auf keinen Fall verzichten sollten. Er bietet zahlreiche Vorteile und beugt im Idealfall Missverständnissen und schlimmstenfalls auch finanziellen Verlusten vor. Voraussetzung ist, dass er für beide Parteien inhaltlich korrekt aufgesetzt und auf gesetzlichen Regelungen basiert.

Arbeitsvertrag - Definition und Notwendigkeit

Als Arbeitsvertrag wird eine bindende Vereinbarung zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern getroffen, die in schriftlicher Form erfolgen sollten. Sie bildet die rechtliche Grundlage einer Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Wenngleich grundsätzlich Arbeitsverträge auch mündlich erfolgen können, so bietet der schriftlich festgehaltene Arbeitsvertrag die einen guten Nachweis über die getroffenen Vereinbarungen. Zudem sieht § 2 Nachweisgesetz vor, dass der Arbeitgeber verpflichtet ist, spätestens einen Monat nach Arbeitsbeginn die wesentliche Bedingungen des Arbeitsvertrages niederzuschreiben und dem Arbeitnehmer auszuhändigen.

Arbeitsvertrag und der Inhalt

Das Fundament eines Arbeitsvertrages beruht in erster Linie auf einer beidseitigen Übereinstimmung der Parteien über die Arbeitsleistung sowie den Arbeitsumfang des Arbeitnehmers, für die der Arbeitgeber im Gegenzug ein Arbeitsentgelt zahlt.

Theoretisch kann das Arbeitsentgelt frei verhandelt werden. Allerdings ist der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, den in Deutschland geltenden Mindestlohn zu entrichten. Zahlreiche Berufe sind an branchenabhängige Tarifgehälter rechtlich gebunden, so dass auch hier der Arbeitgeber verpflichtet ist, sich an die Mindesthöhe des Arbeitsentgelt-Tarif zu halten. Darüber hinaus reichende Entgeltleistungen sind keine Grenze gesetzt.

Minderjährige und Auszubildende sind von der Mindestlohnregelung ebenso ausgeschlossen, wie Praktikanten in den ersten drei Praktikumsmonaten. Auch Langzeitarbeitslose haben erst nach Arbeitsaufnahme und sechsmonatiger Arbeitstätigkeit Anspruch auf den Mindestlohn.

Zusätzlich sollte ein Arbeitsvertrag Regelungen in Bezug auf eventuelle Überstunden beinhalten. Wann diese bezahlt werden müssen oder durch Freizeit ausgeglichen werden können, ist im Einzelfall zu klären, was über den spezialisierten Rechtsanwalt erfahren werden kann.

Notwendig beim Inhalt von einem Arbeitsvertrag sind zudem die Rahmenbedingungen im Bereich weiterer Rechten und Pflichten. Dies betrifft unter anderem die genaue Arbeitsbeschreibung beziehungsweise Berufsbezeichnung, Vertragsdauer, den Beginn der Arbeitsaufnahme, Probezeiten, Arbeitszeiten und gegebenenfalls Pausen, Urlaubsanspruch sowie Kündigungsfristen. Diese Vertragspunkte sind Teil des Bürgerlichen Gesetzbuches, welches genau vorgibt, woran sich bei diesen Regelungen in einem Arbeitsvertrag zu halten ist. Genaue Auskunft in jedem individuellen Tätigkeitsbereich kann der Rechtsanwalt mit Fachgebiet Arbeitsvertrag erteilen.

Arbeitsvertrag mit Rechten und Pflichten

Zahlreiche Unternehmer nutzen einen Arbeitsvertrag dazu, vor allem ihre Rechte und die Pflichten des Arbeitnehmers klar zu definieren. Generell gibt das Arbeitsrecht vor, dass ein Arbeitsvertrag für beide Parteien eine ausgewogene Balance der Rechte und Pflichten beinhalten muss. Das bedeutet, sowohl die Rechte und Pflichten von Arbeitgebern haben in einem Arbeitsvertrag vermerkt zu sein, wie die des Arbeitnehmers.

Das Arbeitsrecht schreibt Arbeitgebern unter anderem unterschiedliche Dokumentations- sowie Meldepflichten vor. Auf diese Weise will der Gesetzgeber gewährleisten, dass gesetzliche Vorgaben nicht unterschritten werden. Eine weitere Pflicht unterliegt Arbeitgebern mit der Datumsbestimmung sowie die dementsprechend pünktliche Zahlung des Entgelts an den Arbeitnehmer. Zudem haben Arbeitgeber die Obliegenheit, Lohnsteuer sowie Sozialabgaben in gesetzlich festgelegter Höhe für den Arbeitnehmer abzuführen.

In Unternehmen ab 20 Mitarbeitern, schreibt das Arbeitsrecht Arbeitgebern vor, Arbeitnehmern eine schriftliche sowie detaillierte Lohnabrechnung auszuhändigen. Hier haben sich Arbeitgeber an die Entgeltbescheinigungsverordnung zu halten und etwaige Lohnzuschläge, Zuschüsse oder Abzüge oder Abschlagszahlungen anzugeben.

Des Weiteren ist der Arbeitgeber verpflichtet, für die gesundheitliche Unversehrtheit seiner Arbeitnehmer Sorge zu tragen. Das bedeutet, er muss gesetzlich geregelte Sicherheitsvorkehrungen treffen beziehungsweise sichere Arbeitsbedingungen schaffen und für dessen Einhaltung sorgen. Dazu zählen zum Beispiel die Einhaltung des Tragens von Sicherheitsbekleidung, Hygiene- sowie Sauberkeitsvorschriften oder das deutlich sichtbare Hinweisen auf besondere Gefahrenquellen. Der Rechtsanwalt kann hier detaillierte Auskünfte darüber erteilen, was laut Arbeitssicherheits- und Arbeitsschutzgesetz einzuhalten ist.

Zudem gelten weitere Gesetze für Arbeitgeber, deren sie sich nicht durch entsprechende vertragliche Klauseln im Arbeitsvertrag entziehen können. Eine strikte Einhaltung des Mutterschutzgesetzes sowie Jugendschutzgesetzes ist unabdingbar. Diese beinhalten beispielsweise die Mutterschutzregelungen oder Arbeitszeitbeschränkungen von minderjährigen Arbeitnehmern und Auszubildenden. Der Rechtsanwalt für Arbeitsrecht kann Arbeitgebern explizit erklären, worauf in diesem Bereich zu achten ist.

Allerdings gibt es auch Arbeitgeberrechte gegenüber dem Arbeitnehmer. Diese erstrecken sich zum Beispiel über die Einstellung oder Pausierungen von Entgeltleistungen im Krankheitsfall oder Mutterschutz, Einhaltung von Arbeitszeiten und pflichtbewusste Arbeitsleistung des Arbeitnehmers. Der Arbeitgeber besitzt die Weisungsbefugnis. Er hat ein Anrecht auf die Arbeitnehmer-Treuepflicht und darf eine Zusatzbeschäftigung bei Wettbewerbern untersagen. Zusätzlich darf er vom Arbeitnehmer Verschwiegenheit über betriebsinterne Vorkommnisse, Daten oder Informationen verlangen, die auch bis über das Arbeitsverhältnis heraus über den Arbeitsvertrag bindend gestaltet werden kann.

Dies sind nur einige Auszüge über die Rechten und Pflichten. Weiteres ist über den Rechtsanwalt zu erfahren, der auf das Arbeitsrecht sowie Vertragsrecht spezialisiert ist.

Unterschiedliche Arten von Arbeitsverträgen

Grundsätzlich wird bei Vertragsabschlüssen im Arbeitsrechtswesen zwischen verschiedenen Arbeitsvertragsarten unterschieden. Dazu zählen zum Beispiel Verträge für Beschäftigungen in Teilzeit, Vollzeit, befristete oder Freelancer-Arbeitsverträge. Je nach dem um welche Art von Arbeitsverträgen es sich handelt, können hier unterschiedliche rechtliche Faktoren relevant sein, die zu beachten sind. Insbesondere auf Urlaub- und Urlaubsgeldansprüche, Kündigungsfristen, Probezeiten oder Pausenzeiten beziehen sich die Unterschiede in den Arbeitsvertragsarten. Auch branchenabhängige tarifliche Vorgaben können beispielsweise bei Voll- und Teilzeitkräften anders ausfallen. Hier reduziert sich unter anderem nicht das Gehalt grundsätzlich um die Hälfte eines Vollzeittarifs, wenn nur Halbzeit gearbeitet wird.

Arbeitsverträge durch den Rechtsanwalt

Das Thema von Arbeitsverträgen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ist sehr komplex. Es bietet für beide Parteien viel Raum für gesonderte Regelungen. Wer sich allerdings mit dem Thema nicht umfangreich auskennt, kann sich schnell im Dschungel von Gesetzen und Paragraphen verirren. Nicht selten sind dann Vertragsklauseln ungültig und unter Umständen kann durch sitten- oder gesetzeswidrige Vertragsvereinbarungen ein Arbeitsvertrag vollständig an Gültigkeit verlieren.

Um dies zu vermeiden, von Anfang an auf der sicheren Seite zu stehen sowie Arbeitsverträge bestmöglich den eigenen Ansprüchen und dem Unternehmensbedarf anzupassen, empfiehlt es sich, das Fachwissen von einem Rechtsanwalt in Anspruch zu nehmen. Auf diese Weise kann Arbeitgebern unter Umständen viel Geld, Zeit und Nerven erspart bleiben, wenn es eines Tages zu Problemen mit Arbeitnehmern kommen sollte.