Wer hat Anspruch auf eine genetische Abstammungsuntersuchung?

Wer hat Anspruch auf eine genetische Abstammungsuntersuchung?

Neben der Mutter und dem Kind kann nur der rechtliche Vater die Einwilligung in eine genetische Abstammungsuntersuchung verlangen.

Quelle: Anspruch auf genetische Abstammungsuntersuchung / Aktuelles / Familienrecht / Rechtsportal – Deubner Rechtsportal

WKR-Erklärung: Wird ein Kind ehelich geboren, gilt es als rechtliches Kind seiner leiblichen Mutter und des Ehemanns. Diese drei Personen können die Vaterschaft anfechten und eine Abstammungsuntersuchung verlangen, wenn der Verdacht besteht, dass der rechtliche Vater nicht der leibliche ist.

Der Bundesgerichtshof verhandelte den Fall eines heute 33 Jahre alten Mannes, der in der Türkei ehelich geboren wurde und im Alter von 10 Jahren zu seinem Onkel nach Deutschland zog. Beide haben mittlerweile die deutsche Staatsbürgerschaft. Im türkischen Geburtenregister wurde der Junge damals illegal als Sohn des Onkels eingetragen, auch die Geburtsurkunde führt den Onkel als Vater auf. Ein nun durch den Onkel beantragtes gerichtliches Verfahren, mit dem er die Einwilligung „seines“ Kindes zu einer genetischen Abstammungsuntersuchung bewirken wollte, scheiterte.

In der Begründung des BGH heißt es: Das Recht auf eine Abstammungsuntersuchung haben nur die Mutter, das Kind und da es ehelich geboren wurde, der damalige Ehemann, der somit als rechtlicher Vater gelte. Dem Onkel dagegen fehle die Befugnis, die Untersuchung verlangen zu können. Daran ändern die Einträge im Geburtenregister und in der Geburtsurkunde nichts. Diese, so betonten die Richter, hätten keine konstitutive Wirkung sondern lediglich eine deklaratorische. Falsche Anmeldungen und Eintragungen können zudem strafbares Verhalten darstellen. Zwar können sie gegebenenfalls durch Berichtigungsanträge korrigiert werden, nicht aber einen Anspruch auf Einwilligung in eine genetische Untersuchung zur Klärung der leiblichen Abstammung begründen. (BGH / XIIZB 125/17)

 

 

 

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