Fundbehörde muss für kranke Katzen zahlen

Fundbehörde muss für kranke Katzen zahlen

Wer eine kranke Katze findet und zum Tierarzt bringt, tut etwas Gutes. Wer dafür zahlen muss, hängt von den Umständen ab.

Quelle: VG Koblenz: Fundbehörde muss für kranke Katzen zahlen

WKR-Erklärung: Ob die Fundbehörde Tierarztkosten für Fundkatzen übernehmen muss, ist davon abhängig, ob es sich bei den Tieren um herrenlose Wildlinge handelt oder nicht.

In eine Tierarztpraxis wurden im Laufe eines Jahres drei aufgefundene verletzte Katzen gebracht. Die Behandlungskosten von 2.036,12 Euro wollten die Tierärzte von der Verbandsgemeinde als Trägerin der Fundbehörde erstattet haben.

Die Gemeinde lehnte mit der Begründung ab, dass es sich bei den Katzen um herrenlose Tiere, sogenannte Wildlinge gehandelt habe. Dies begründe der Zustand, der auf eine Verwilderung schließen ließ.

Das die betreffenden Katzen Wildlinge seien, vermochte das Verwaltungsgericht Koblenz  allerdings nicht zu erkennen. Ein Kater war gechipt, eine Katze suchte Kontakt zu Menschen, was bei scheuen Wildlingen nicht zu erwarten sei. Das dritte Tier fand nach der ärztlichen Behandlung Aufnahme in einem Tierheim und wurde schließlich problemlos an einen neuen Besitzer vermittelt. Nicht möglich, wenn es sich um einen Wildling gehandelt hätte, meinten die Richter.

Fazit: Die Tierarztpraxis hat mit der medizinischen Behandlung der Katzen, bei denen es sich nicht um Wildlinge sondern um Fundtiere handelte, jeweils ein Geschäft mit der Gemeinde in ihrer Funktion als Fundbehörde geführt. Diese müsse deshalb die Kosten übernehmen. (VG Koblenz /Urt. v. 13.09.2017, Az. 2 K 533/17.KO)

 

 

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