Zulässige Heckenhöhe – Vorsorglicher Rückschnitt ist nicht verpflichtend

Zulässige Heckenhöhe – Vorsorglicher Rückschnitt ist nicht verpflichtend

Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist es grundsätzlich verboten, Hecken vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden.

Quelle: Keine Verpflichtung des Nachbarn zum vorsorglichen Rückschnitt der Hecke im Winter

WKR-Erklärung: Ein Mann störte sich an der Hecke seines Nachbarn. Diese sei zu hoch, nähme im dadurch zu viel Licht und müsse gekürzt werden. Er berief sich dabei auf das baden-württembergische Nachbarrechtsgesetz, nach welchem die maximal zulässige Höhe für Hecken 1,80 m beträgt. Diese Höhe, so meinte der Mann, dürfe an keinem Tag im Jahr überschritten werden. Allerdings ist es nach dem Bundesnaturschutzgesetz grundsätzlich verboten, Hecken in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September (Vegetationsperiode) zu beschneiden. Darauf berief sich wiederum der Nachbar. Es stellte sich nunmehr die Frage, ob der Nachbar bereits vor dem 1. März die Hecke hätte soweit   herunterschneiden müssen, dass deren Wachstum die maximal zulässige Höhe von 1,80 m bis zum 30. September nicht überschreitet.

Das Landgericht Freiburg kam zu folgender Entscheidung: Weder gäbe es nach dem Nachbarrechtsgesetz eine Verpflichtung zu Form- oder Pflegeschnitten in der Vegetationsperiode noch sei der Nachbar verpflichtet, durch einen vorsorglichen Rückschnitt während der Wintermonate sicherzustellen, dass die Hecke auch in der Vegetationssperiode die zulässige Höhe nicht überschreitet. Eine Verpflichtung zum vorsorglichen Rückschnitt für den Eigentümer des Heckengrundstücks wäre mit besonderen Schwierigkeiten verbunden, da das künftige Heckenwachstum kaum vorhersehbar sei. Dadurch bliebe unklar, in welchem Maße er die Hecke vorab kürzen müsse, um die Einhaltung des Grenzwertes auch während der Vegetationsperiode zu gewährleisten. (LG Freiburg – 3 S 171/16)

Anmerkung: § 39 Absatz 5 des Bundesnaturschutzgesetzes lautet (auszugsweise) „Es ist verboten, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen; zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen.“

Ihre Rechtsanwaltskanzlei in Leipzig, Zerbst, Hamburg, Düsseldorf, Nürnberg, Berlin - Kanzlei und Anwälte der WKR!