Waldbesitzer haften nicht für „waldtypische“ Gefahren

Waldbesitzer haften nicht für „waldtypische“ Gefahren

 „Die Verkehrssicherungspflicht dient insbesondere nicht dazu, das allgemeine Lebensrisiko auf den Sicherungspflichtigen abzuwälzen“ (OLG Frankfurt am Main)

Quelle: Keine Haftung eines Waldbesitzers für „waldtypische“ Gefahren

WKR-Erklärung: Eine Radfahrerin war auf einem Waldweg gestürzt und hatte sich an der Schulter verletzt. Hierfür verlangte sie Schmerzensgeld vom Waldeigentümer, dem Land Hessen. Die Frau behauptete, dass sie trotz umsichtiger Fahrweise, aufgrund eines Ausweichmanövers, wegen eines 20 x 20 cm großen Loches, das sich auf dem Weg befand, gestürzt sei.

Sowohl das Landgericht Darmstatd in erster Instanz, als auch das Oberlandesgericht Frankfurt am Main, wiesen die Klage ab. „Eine Haftung des Waldbesitzers für waldtypische Gefahren ist ausgeschlossen, weil sich der Waldbesucher mit dem Betreten des Waldes bewusst derartigen Gefahren aussetzt“, stellen die Richter klar. Dies gelte in besonderer Weise bei der Nutzung von Waldwegen, die nach dem Straßen- und Wegerecht keine öffentlichen Straßen darstellten. Auch wenn derartige Wege – wie im voliegenden Fall – stark frequentiert würden, sei der Waldbesitzer nicht für waldtypische Gefahren verantwortlich. „Waldtypisch“ seien Gefahren, „die sich aus der Natur oder der ordnungsgemäßen Bewirtschaftung des Waldes unter Beachtung der jeweiligen Zweckbestimmung ergeben“, nahmen die OLG-Richter auf die höchstrichterliche Rechtsprechung Bezug. Das streitgegenständliche Loch unterfalle diesem Begriff. Es entspreche allgemeiner Erfahrung, „dass im bewaldeten Gelände Wege auf gewachsenem Boden durch Wurzelwerk und Auswaschungen infolge von Witterungseinflüssen erhebliche Unebenheiten, insbesondere auch Löcher, aufweisen können“. (OLG Frankfurt am Main / 13 U 111/17)

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