Verursacher eines Steinschlagschadens haftet nicht immer.

Verursacher eines Steinschlagschadens haftet nicht immer.

Der Fahrer eines KFZ, dass einen Stein aufwirbelt und den hinten fahrenden Wagen beschädigt, ist nicht zwangsläufig haftbar. Musste er nicht mit dem Stein rechnen, muss er keinen Schadensersatz zahlen.

Quelle: Zur Haftung bei Beschädigung durch aufgewirbelten Stein

WKR-Erklärung: Ein auf der Autobahn liegender Stein wurde durch einen vorausfahrenden Lkw aufgewirbelt. Er beschädigt die Windschutzscheibe des hinter ihm fahrenden Autos. Dessen wollte hierfür die Haftpflichtversicherung des Lkw in Anspruch nehmen. Diese weigerte sich. Der Mann klagte.

Die Klage ging letztlich ins Leere. Das Landgericht Nürnberg-Fürth entschied, dass der Kläger keinen Anspruch auf Schadenersatz hätte, denn es habe sich um ein „unabwendbares Ereignis“ gehandelt. Den Fahrer des Lkw treffe keine Sorgfaltspflichtverletzung. Er habe nicht auf einer Autobahn, auf der schnell gefahren wird, mit dem Stein rechnen müssen. Etwas Anderes könne sich ergeben, wenn die Fahrbahn beispielsweise in einem Baustellenbereich, durch herumliegende lose Steine verschmutzt gewesen wäre. Dann hätte der Lkw-Fahrer die Geschwindigkeit entsprechend verringern müssen. Im vorliegenden Fall habe es sich aber um eine gut ausgebaute, mit Asphalt versehene Straße gehandelt, auf der hohe Geschwindigkeiten gefahren würden. Zwar habe es in dem Bereich eine Baustelle gegeben, diese hätte aber keine Verschmutzung der Fahrbahn verursacht. Es habe damit für den Lkw-Fahrer keine Anhaltspunkte für auf der Fahrbahn liegende Steine gegeben. (LG Nürnberg-Fürth / Urteil 2 S 2191/16)

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