Kein Kaskoschutz bei verspäteter Meldung eines Unfallschadens

Kein Kaskoschutz bei verspäteter Meldung eines Unfallschadens

Wer einen Schaden an seinem Auto der Kaskoversicherung nicht innerhalb der Wochenfrist meldet, verkletzt eine Obliegenheit aus seinem Versicherungsvertrag. Er hat damit kaum noch Chancen auf Versichrerungsschutz.

Quelle: Verspätete Meldung eines Unfallschadens an die Kaskoversicherung | Recht | Haufe

WKR-Erklärung: Die Verpflichtung zur Meldung eines Schadens besteht unabhängig davon, ob später tatsächlich eine Leistung des Versicherers in Anspruch genommen werde.

Ein geparkter Porsche wurde beschädigt. Der Verursacher hinterließ an der Windschutzscheibe Namen und Mobilnummer und verschwand. Vergeblich versuchte der geschädigte Porschebesitzer Kontakt aufzunehmen. Schließlich ließ er das Fahrzeug reparieren. sechs Monate nach dem Schadensereignis informierte er schließlich seine Kaskoversicherung und verlangte die Übernahme der Reparaturkosten (5.600 Euro). Die lehnte ab und begründete unter anderem damit, dass der Porsche-Besitzer seine Anzeigenobliegenheit verletzt habe, da er das Schadensereignis nicht innerhalb einer Woche bei der Versicherung gemeldet habe.

Das Oberlandesgericht Hamm gab letztlich dem Versicherer recht. Der Porschebesitzer habe die Anzeigenobliegenheit vorsätzlich verletzt. Selbst wenn ihm die Wochenfrist nicht präsent gewesen sei, habe er nicht ernsthaft darauf vertrauen können, dass eine Meldung sechs Monate nach dem Schaden und nach dessen vollständiger Beseitigung noch genügen könne. Es spiele auch keine Rolle, dass der Porsche-Besitzer ursprünglich davon ausging, den Schädiger in Anspruch nehmen zu können. Die Verpflichtung zur Meldung eines Schadens besteht unabhängig davon, ob später tatsächlich eine Leistung des Versicherers in Anspruch genommen werde. Denn die Anzeigenpflicht soll es dem Versicherer ermöglichen, eigene Ermittlungen anzustellen, für den Fall, dass er in Anspruch genommen wird. (OLG Hamm / 20 U 42/17)

 

 

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