Schmerzensgeld bei mangelhafter Tätowierung

Schmerzensgeld bei mangelhafter Tätowierung

Die Einwilligung zum Stechen einer Tätowierung bezieht sich nur darauf, dass die Behandlung mangelfrei ist und nach den Regeln der Kunst erbracht wird.

Quelle: Schmerzensgeld bei mangelhafter Tätowierung – Recht-Steuern-Wirtschaft – Verlag C.H.BECK

WKR-Erklärung: Ein mangelhaft erstelltes Tattoo verletzt die körperliche Unversehrtheit.

So begründete das Amtsgericht München das Urteil im Falle einer Frau, die sich „Je t´aime mon amour, Tu es ma vie, Nous Ensemble Pour Toujours, L. ♥ A.“ auf ihren linken Unterarm tätowieren ließ und nicht mit dem Ergebnis zufrieden war. Sie erhob Klage gegen ihre Tätowiererin, forderte Schmerzensgeld und die gerichtliche Feststellung, dass auch Folgeaufwendungen und Folgeschäden, wie die Kosten für die Entfernung des Tattoos und die dadurch verursachten Schmerzen von zu kompensieren seien.

Konkret warf die Klägerin der Tätowiererin vor, handwerklich in mehrfacher Hinsicht fehlerhaft gearbeitet zu haben. Das Tattoo sei verwaschen und unleserlich, die Wörter in nicht einheitlicher Größe gestochen. Abstände zwischen Wörtern und Zeilen würden teilweise deutlich abweichen, einzelne Wörter seien schief, die Linienführung mangelhaft. Außerdem fühlte sich die Klägerin getäuscht. Die Tätowiererin habe wahrheitswidrig behauptet, dass sie über mehrjährige Erfahrung verfüge. Zudem habe sie auf ihrer Internetplattform fremde Tätowierungen als Referenzen eingestellt.

Nachdem ein Sachverständiger die mangelhafte Arbeit bestätigt hatte, verurteilte das Amtsgericht München die Tätowiererin zur Zahlung von eintausend Euro Schmerzensgeld, zur Rückzahlung des Preises für das Tattoo sowie zum Ersetzten sämtlicher Folgeschäden. Professionelle Tätowierer, zu welchen sich die Beklagte nach ihren eigenen Angaben zähle, machen derartige Fehler nicht. Das Tattoo habe nicht die Qualität, die die Klägerin habe erwarten dürfen, so das Fazit der Richter. (AG München / 132 C 17280/16)

 

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