Pferdehalterhaftung auch bei Reitbeteiligung

Pferdehalterhaftung auch bei Reitbeteiligung

Ein Pferdehalter haftet auch bei einer Reitbeteiligung für Unfälle, welche durch das Pferd verursacht werden.

Quelle: Pferdehalterhaftung auch bei Reitbeteiligung – Recht-Steuern-Wirtschaft – Verlag C.H.BECK

WKR Erklärung: Auch wenn eine Pferdehalterin mit einer Reiterin eine sogenannte Reitbeteiligung abgeschlossen hat, ändert das nichts an der Haltereigenschaft. Es ist nicht davon auszugehen, dass in diesen Fällen ein stillschweigender Haftungsausschluss zwischen Halterin und Reiterin vereinbart wurde.

Eine Reiterin war beim Ausritt gestürzt und hatte sich eine Querschnittslähmung zugezogen. Das Verhalten des Pferdes war ursächlich für den Sturz. Daraufhin klagte die Krankenkasse der Verunfallten gegen die Halterin des Pferdes. Diese hatte mit der Gestürzten die Vereinbarung getroffen, das sie das Pferd für einen Betrag von 100 Euro monatlich, an drei Tagen in der Woche frei nutzen könne. Die Krankenkasse verlangte nun von der Halterin den Schaden zu ersetzen, welcher im Zusammenhang mit den notwendigen ärztlichen Behandlungen entstanden war und noch entstehen würde.

Der 4. Zivilsenat des OLG Nürnberg bejahte grundsätzlich eine Haftung der Halterin, allerdings lediglich mit einer Quote von 50 Prozent. Nach Auffassung der Richter ändert die Reitbeteiligung nichts daran, dass die Beklagte zum Unfallzeitpunkt alleinige Halterin des Pferdes war. Sie habe das Bestimmungsrecht über das Tier und trage sämtliche Aufwendungen, wie etwa für Futter, tierärztliche Behandlungen oder die Versicherung.  Für die Haftung des Tierhalters komme es nur darauf an, ob sich eine spezifische Tiergefahr verwirklicht habe. Dies sei hier der Fall.

Ein Haftungsausschluss zwischen der Geschädigten und der Halterin war nicht vereinbart worden. Die Halterin sei davon ausgegangen, dass etwaige Schäden auch im Hinblick auf die Reitbeteiligung von ihrer Versicherung gedeckt seien.

Da die gestürzte Reiterin im Moment des Unfalls Tieraufseherin war, bestehe die gesetzliche Vermutung, dass ihrerseits ein Sorgfaltsverstoß vorliege, der auch für das Unglück ursächlich wäre. Die vermutete Mitschuld am Unfall mindere daher den Anspruch um 50 Prozent. (OLG Oldenburg / 4 U 1162/13)

 

 

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