Nach Lüge –  Versicherungsschutz entfällt

Nach Lüge – Versicherungsschutz entfällt

Ist das Vertrauen in die Redlichkeit eines Versicherungsnehmers schwer erschüttert, ist eine Fortsetzung des Vertragsverhältnisses für den Versicherer nicht mehr zumutbar.

Quelle: www.anwaltonline.com

WKR-Erklärung: Ein Mann hatte sich mit einer Klage gegen die von seiner Berufshaftpflichtversicherung ausgesprochene Kündigung gewandt. Das Landgericht wies die Klage ab denn:  Der Mann der  nach einem Unfall  Zahlungen wegen seiner Berufsunfähigkeit erhielt, sollte nach einiger Zeit  durch die Versicherung auf seinen Gesundheitszustand geprüft werden.

Bei dem Termin saß der Mann im Rollstuhl und gab vor, Schmerzen zu haben.  Der Mitarbeiter der Versicherung empfand den augenscheinlich sportlich-gestählten körperlichen Zustand des Rollstuhlfahrers als merkwürdig. Weitere Recherchen im Internet offenbarten  aktuelle Bilder des Mannes, auf denen er  als erfolgreicher Marathonläufer posierte. Einem Detektiv den die Versicherung eingeschaltet hatte und der den Mann unter einem Vorwand aufsuchte, bot der Simulant seine Dienstleistungen als Küchenbauer an.

Bei solch einem Verhalten, so das Fazit des Gerichts, dürfe die Versicherung den Vertrag   fristlos kündigen und auch eine erneute zukünftige Versicherung verwehren. Auch eine vorherige Abmahnung sei nicht erforderlich. Wäre dem nicht so hätte jeder Versicherungsnehmer die Möglichkeit, es einmal sanktionslos zu versuchen, die Versicherung hinters Licht zu führen. (OLG Oldenburg – 5 U 78/16)

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