Keine Mietminderung bei selbst verursachtem Schimmelbefall

Keine Mietminderung bei selbst verursachtem Schimmelbefall

Verursacht der Mieter durch sein vertragswidriges Nutzungsverhalten Schimmelbildung, ist er mit Mängelbeseitigungsansprüchen und der Mietminderung ausgeschlossen.

Quelle: Schimmelbefall: Ausschluss von Mängelbeseitigungsanspruch und Mietminderung – Verlag Dr. Otto Schmidt

WKR-Erklärung: Schimmel in einer Mietwohnung wird als Mangel bewertet. Grundsätzlich muss der Vermieter dafür sorgen, dass dieser beseitigt wird (§ 535 Abs. 1 S. 2 BGB). Auch eine Mietkürzung ist legitim. Beides ist allerdings nur relevant, wenn der Mieter den Schimmelbefall nicht selbst verursacht hat.

Im vorliegenden Fall hatte ein Mieter die Miete gekürzt und auf Mangelbeseitigung geklagt, dessen Badezimmer im Wandbereich der Badewanne, oberhalb des Fliesenspiegels, von Schwarzschimmel befallen war.

In erster Instanz erhielt der Mieter recht. Der Vermieter ging nunmehr in Berufung und wurde vom Landgericht Köln bestätigt.

Nach Beauftragung eines Sachverständigen stellte sich heraus, dass für den Schimmelbefall keine baulichen Mängel zu Grunde lägen, sondern das Nutzungsverhalten des Mieters ursächlich war.

Dieser pflegte stehend in der Badewanne zu duschen, obwohl, so das Fazit des Sachverständigen, die bauliche Ausstattung des Badezimmers mit ihrem nur zur Hälfte der Stehhöhe reichenden Fliesenspiegel nicht dafür geeignet war. Es hätte auch dem Mieter bewusst sein müssen, dass dadurch die ungeschützten Wandteile Feuchtigkeit ausgesetzt waren, sodass Schimmelbildung die Folge war. Das Landgericht Köln entschied auf vertragswidrigen Gebrauch und wies die Klage des Mieters ab. (LG Köln / 1 S 32/15)

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