Medizinstudium – Abiturnote ist nicht alles

Medizinstudium – Abiturnote ist nicht alles

Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat die Vergabepraxis von Studienplätzen in der Humanmedizin als teilweise verfassungswidrig eingestuft und Änderungen gefordert. Dem wollen die Länder nun nachkommen.

Quelle: www.lto.de

WKR-Erklärung: Die Bundesländer wollen die Zulassungskriterien zum Medizinstudium in ihrem Staatsvertrag ändern. Sie reagieren damit auf ein Urteil des BVerfG (Az. 1 BvL 3/14 und 1 BvL 4/14) über die speziellen Studienzulassungsvoraussetzungen der Humanmedizin. In Karlsruhe wurde am 19. Dezember entschieden, dass das Verfahren zur Vergabe von Medizin-Studienplätzen teils verfassungswidrig ist und bis Ende 2019 neu geregelt werden muss.

Die Kultusministerkonferenz wies bereits nach dem Urteil darauf hin, dass das Auswahlverfahren der Hochschulen um mindestens ein ergänzendes, ausdrücklich nicht schulnotenbasiertes Auswahlkriterium ergänzt werden müsse und landesrechtliche Regelungen zu den Auswahlverfahren der Hochschulen überarbeitet werden müssten.

Zum aktuell laufenden Wintersemester standen knapp 9.200 Medizin-Studienplätze rund 43.200 Bewerbern gegenüber. Ein Fünftel der Plätze wird an Bewerber mit einem Abiturschnitt von 1,0 bis 1,2 vergeben. Ein weiteres Fünftel wird nach Wartezeit vergeben. Derzeit sind das 14 bis 15 Semester. Die übrigen 60 Prozent der Plätze können die Hochschulen in einem eigenen Auswahlverfahren vergeben. Dafür gab es immer wieder Kritik, denn auch bei den hochschulinternen Vergabeverfahren spielt die Abiturnote in der Regel die ausschlaggebende Rolle. Zusammen mit dem Fünftel der Plätze, die ohnehin nach Note vergeben werden, wird dieser nach Auffassung der Kritiker zu viel Bedeutung beigemessen.

Die Karlsruher Richter hatten in ihrer Entscheidung grundsätzlich die Rechtmäßigkeit der Zulassungsbeschränkung durch einen Numerus clausus bestätigt. Sie bemängelten aber unter anderem eine verpflichtende Festlegung auf sechs Wunschstudienorte bei der Verteilung nach der Abiturnote. Zudem müssten Universitäten bei der Auswahl nach den internen Verfahren künftig in einer standardisierten und transparenten Weise vorgehen.

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