Marderbefall rechtfertigt Mietminderung

Marderbefall rechtfertigt Mietminderung

Kommt es zu einer erheblichen Störung der Nachtruhe durch im Haus lebende Marder, so stellt dies einen Mietmangel dar, der den Mieter zur Mietminderung berechtigt.

Quelle: www.gesetze-bayern.de

WKR-Erklärung: Im Dachspeicher eines Mietshauses lebten Marder. Die Mieterin der darunterliegenden Wohnung beklagte eine erhebliche Lärmbelästigung durch die Tiere. So würden diese insbesondere in der Zeit von 22 bis 6 Uhr massiv durch Schreien und Kratzen stören. Der Dachspeicher war mit einem Fehlboden (Holzbalkendecke) ausgestattet, so dass die Geräusche in der Wohnung der Mieterin deutlich wahrnehmbar waren. Sie kürzte daher die Miete um zehn Prozent. Der Vermieter akzeptierte die Mietminderung nicht und erhob Klage.

Das Amtsgericht Augsburg entschied jedoch: Die Mieterin hat die Miete zu Recht gemindert. Die Geräusche von den im Dachspeicher hausenden Mardern beeinträchtigen den vertragsgemäßen Gebrauch der Mietwohnung durch die Störung der notwendigen Nachtruhe erheblich. Die Geräusche seien nicht vergleichbar mit gelegentlichen Tiergeräuschen, die von außerhalb des Hauses stammen oder mit Verkehrsgeräuschen. Die Mietminderung müsse der Vermieter hinnehmen. (AG Augsburg – 72 C 2081/16)

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