Kein Auskunftsanspruch auf vertrauliche Informationen aus der Innenministerkonferenz

Kein Auskunftsanspruch auf vertrauliche Informationen aus der Innenministerkonferenz

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat in einem vorläufigen Rechtsschutzverfahren entschieden, dass das Bundesministerium des Innern nicht verpflichtet ist, einem Pressevertreter Auskünfte über vertrauliche Informationen aus der 206. Sitzung der Innenministerkonferenz zu geben.

Quelle: Kein Anspruch eines Pressevertreters auf Auskunft über vertrauliche Informationen aus der Innenministerkonferenz

WKR-Erklärung: Die Offenbarung vertraulicher Informationen aus der 206. Sitzung der Innenministerkonferenz gefährdet die Freiheit und Offenheit der politischen Willensbildung zwischen den Chefs der Innenressorts von Bund und Ländern.

Das Oberverwaltungsgericht hat mit dieser Begründung das Bundesministerium den Inneren bestätigt, dass die Forderung eines Pressevertreters abgelehnt hatte, Auskunft über vertrauliche Informationen aus der 206. Innenministerkonferenz zu erhalten. Der 6. Senat hat dabei offengelassen, ob das Anliegen des Antragstellers eilbedürftig sei. Jedenfalls wurde ein Auskunftsanspruch nicht glaubhaft gemacht.

Die Richter befanden: Die Chefs der Innenressorts seien angesichts der Herausforderungen, denen der Schutz der inneren Sicherheit ausgesetzt sei, auf eine vertrauensvolle politische Zusammenarbeit angewiesen. Diese setze Offenheit voraus, die nur gewährleistet sei, wenn die Beteiligten sich darauf verlassen könnten, dass ihre Beiträge nicht gegen ihren Willen an die Öffentlichkeit gelangten. Müsste das Bundesinnenministerium entgegen einer getroffenen Vertraulichkeitsabrede Informationen offenbaren, wäre absehbar, dass die Chefs der Innenressorts der Länder dem Bundesminister des Innern künftig keine Informationen zu Themen der IMK mehr zur Verfügung stellen. Damit wäre der Bundesminister des Innern von der Beteiligung an der föderalen politischen Kooperation in wichtigen Fragen des Schutzes der inneren Sicherheit ausgeschlossen. Diese Gefahr muss er nicht hinnehmen. (OVG- Brandenburg – OVG 6 S 41.17)

 

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