Husten-Affäre bei Bridge-WM: Sanktionen gegen deut­sche Teil­nehmer unwirksam

Husten-Affäre bei Bridge-WM: Sanktionen gegen deut­sche Teil­nehmer unwirksam

Haben zwei Deutsche ihren Titel bei der Bridge-Weltmeisterschaft ergaunert? Sie beteuern ihre Unschuld, der Verband sperrte sie lebenslang. Nun erklärte das OLG Düsseldorf die Maßnahmen für unwirksam.

Quelle: Husten-Affäre bei Bridge-WM: Sanktionen unwirksam

WKR-Erklärung: Zwei Deutsche nahmen an der Bridge-WM 2013 auf Bali teil. Am Ende des Turniers waren sie Weltmeister. Allerdings wurde ihnen nun vorgeworfen, sich den Titel mittels eines geheimen Husten-Codes ergaunert zu haben, mit dem sie sich während der Spielrunden verständigten. Die beiden Ärzte bestritten das und beteuern ihre Unschuld. Er habe nur wegen einer asthmatischen Bronchitis während des Turnierverlaufs gehustet, zudem hätten die klimatischen Bedingungen am Austragungsort den Husten verstärkt rechtfertigte sich einer der beiden. Eine später vorgelegte Videoaufzeichnungen des Turniers sei manipuliert, behaupteten die Männer.

Dennoch: Der WM-Titel wurde aberkannt. Die Disziplinarkommission des internationalen Bridge-Verbandes verhängte gegen die beiden als Spielerkombination, ein lebenslanges Teilnahmeverbot an internationalen Turnieren sowie je ein zehnjähriges Einzel-Teilnahmeverbot .Das Disziplinargericht des deutschen Verbandes übernahm die Sanktionen und erklärte sie auch für den nationalen Bereich als verbindlich.

Das Düsseldorfer Oberlandesgericht (OLG) kam nunmehr zu der Auffassung die Sanktionen gegen die zwei Kartenspieler seien rechtswidrig und damit nichtig. Das Gericht kritisierte sowohl den Welt- als auch den deutschen Bridge-Verband. Der Weltverband habe nicht die Befugnis besessen, Sanktionen wie ein lebenslanges Turnierverbot gegen das Spielerpaar zu verhängen, der Deutsche Bridge-Verband hätte die unverhältnismäßigen Sanktionen nicht einfach übernehmen dürfen. In den Sanktionen erkannte das Gericht ein nahezu willkürliches Urteil und einen Anspruch auf den Ersatz der immateriellen Schäden, die dem Spielerpaar entstanden. Den WM-Titel bekommen die Deutschen dennoch nicht zurück. Die Aberkennung sei keine Sanktion und könne vom OLG nicht angegriffen werden.

 

 

 

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