Die Schule ist kein Arbeitsplatz

Die Schule ist kein Arbeitsplatz

Schulpflicht ist kein Grund für das Wirksamwerden einer Reisekostenrücktrittsversicherung.

Quelle: Schule ist kein Arbeitsplatz i. S. d. Allgemeinen Reiserücktrittsversicherungsbedingungen

WKR-Erklärung: Auch wenn der Schulbesuch verpflichtend ist, die Schule ist kein „Arbeitsplatz“ des Schülers.

Das entschied das Amtsgericht München im Fall eines Zwickauers, der gegen eine Münchner Versicherung geklagt hatte, bei der er eine Reisekostenrücktrittsversicherung abgeschlossen hatte. Die mitversicherte, minderjährige Tochter des Mannes, hatte sich ursprünglich für ein schulisches Patenschafts-Programm beworben, war jedoch abgelehnt worden. Der Kläger buchte daraufhin Flüge nach San Francisco, so auch für seine Tochter. Wieder Erwartung erhielt die Tochter nun doch die Zusage für die Teilnahme am Patenschafts-Programm, dessen Beginn allerdings nunmehr mit der San Francisco-Reise kollidierte. Der Mann stornierte daher die Flüge für seine Tochter. Die Stornokosten sollte nun die Münchner Versicherung übernehmen.

Die Tochter habe sich zum Zeitpunkt der Reisebuchung in schulischer Ausbildung befunden. Dies wäre mit einem Arbeitsplatz gleichzusetzen, da Schulpflicht bestünde. Mit der Teilnahme am Patenschafts-Programm, läge somit ein Arbeitsplatzwechsel vor. Die Versicherung müsse zahlen, so die Meinung des Klägers. Die Versicherung aber weigerte sich.

Zu Recht urteilte das Amtsgericht München. „Ein Arbeitsplatzwechsel der Tochter des Klägers liegt nicht vor. Auch wenn der Schulbesuch verpflichtend sein mag, so ist die Schule kein Arbeitsplatz des Schülers. Der Schulbesuch dient vielmehr dem Verschaffen einer Ausbildung, aufgrund derer eine Lehre oder ein anderweitiger Arbeitsplatz gesucht werden kann. Diese Vorbereitung mag zwar die Grundlage für das Erlangen eines Arbeitsplatzes sein, ist aber nicht mit einem solchen gleichzusetzen. Ein Schulwechsel oder die Inanspruchnahme eines Stipendiums mit der Teilnahme am Patenschafts-Programm stellt daher keinen Arbeitsplatzwechsel dar“ (AG München / 273 C 2376/17)

 

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