Böllerwurf im Stadion kostet 20.000 Euro

Böllerwurf im Stadion kostet 20.000 Euro

Ein Kölner Fußballfan, der während eines Spiels einen Knallkörper in die Zuschauermenge geworfen hatte, muss nach Entscheidung des BGH 20.000 Euro Schadenersatz an den 1. FC Köln zahlen.

Quelle: BGH: FC-Fan muss 20.000 Euro zahlen

WKR-Erklärung: Gemäß § 9a der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB sind Vereine und Tochtergesellschaften für das Verhalten ihrer Mitglieder, Anhänger und Zuschauer verantwortlich. Sie haften im Stadionbereich für Zwischenfälle jeglicher Art. Allerdings können sie Schadenersatzansprüche geltend machen.

Bei einem Heimspiel des 1. FC Köln gegen den SC Paderborn im Februar 2014 hatte ein betrunkener Mann einen Knallkörper vom Oberrang der Tribüne des Kölner Stadions in die Zuschauermenge geworfen. Die Explosion verletzte sieben Personen.

Aufgrund dieses und weiterer Ereignisse, verursacht durch andere Fans bei anderen Spielen des 1. FC Köln verhängte das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes e.V.  eine Gesamtstrafe für den von 118.000 Euro gegen den Verein. Durch einen Strafrabatt sowie nach Abzug der Kosten, die der Verein bereits in unter anderem, gewaltpräventive Maßnahmen investiert hatte, verblieben 60.000 Euro Strafe. Der 1. FC Köln zahlte und verlangte hernach 30.000 Euro vom Böllerwerfer zurück. Diesen Anteil für das Vergehen, errechnete der Fußballverein in Bezug auf den Schaden der Gesamtstrafe von 118.000 Euro.

Letztlich wurde der Mann vom Bundesgerichtshof zur Zahlung von 20.340 Euro verurteilt. Hier legten die Bundesrichter als Rechengrundlage die reduzierte Vereinsstrafe von 60.000 Euro zu Grunde. Da von der ursprünglich gebildeten Strafe nur diese Summe tatsächlich zu zahlen gewesen sei, müsse der Anteil des Mannes auch im gleichen Verhältnis herabgesetzt werden. (BGH / Urt. v. 09.11.2017, Az. VII ZR 62/17).

 

 

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