Verkehrsunfälle mit Personenschäden


Unfall mit Personenschaden - worauf Sie immer achten müssen

Wenn man bei einem nicht selbst verursachten Unfall auch noch persönlichen Schaden und Verletzungen davonträgt, ist das alles andere als angenehm. Immerhin steht einem vom Gesetz her aber zu, dass man für jeden erlittenen Schaden voll und angemessen entschädigt wird. Diese Ansprüche müssen aber erst einmal gegenüber dem Verursacher des Schadens durchgesetzt werden - und dafür ist die unbedingte Voraussetzung, dass Sie nach einem erlittenen Unfall wirklich alles richtig machen. Unser Leitfaden zeigt Ihnen Schritt für Schritt, was Sie nach einem Unfall auf jeden Fall tun müssen, und worauf Sie unbedingt achten müssen.

Schritt 1: Das Unfallgeschehen sofort und ausführlich dokumentieren

Dieser erste Schritt ist gleichzeitig auch der wichtigste, wenn es darum geht, Ihre Ansprüche gegenüber dem Unfallverursacher später auch vollständig durchsetzen zu können. Achten Sie besonders auf folgende Punkte, wenn Sie nach einem Unfall einen Personenschaden erlitten haben, selbst wenn dieser Schaden ihnen zunächst nicht groß erscheint:

  • Ziehen Sie IMMER die Polizei hinzu (auch die Polizei dokumentiert das Unfallgeschehen, ihre Dokumentationen haben dabei großes Gewicht)
  • Halten Sie von allen Unfallzeugen den vollständigen Namen und eine (ladungsfähige!) Anschrift fest
  • Dokumentieren Sie so viel wie möglich mit Fotos, die das Unfallgeschehen und den Unfallhergang sowie das Ausmaß des Schadens deutlich machen
  • Schreiben Sie so viele Details wie möglich auf, wenn Sie die Gelegenheit haben, lassen Sie auch Unfallzeugen schriftliche Angaben machen und bewahren Sie Ihre ersten Notizen unter allen Umständen auf

Es geht hier darum, später so viel wie möglich glaubwürdig nachvollziehbar zu machen. Man vergisst Details später manchmal, oder kann sich nicht mehr genau erinnern. Das kann auch Zeugen so gehen. Wenn Sie Ihre Originalnotizen noch vom Unfallort vorlegen können, ist das ein recht einleuchtender Beweis, zudem können Sie auch nichts vergessen.

Schritt 2: Verletzungen ausreichend dokumentieren

Suchen Sie nach dem Unfall mit Personenschaden unverzüglich einen Arzt auf. Es sollte sich dabei um spezialisierte Ärzte handeln, der Arzt sollte seine Befunde auch möglichst genau schriftlich dokumentieren. Einfach nur ein paar Tage später zum Hausarzt zu gehen ist die denkbar schlechteste Empfehlung, die man geben kann.

Fertigen Sie auch möglichst genaue Fotos Ihrer Verletzungen an, oder lassen Sie sich von einem Ehepartner oder Bekannten dabei helfen. Je exakter die Fotos Ihrer Verletzungen sind, desto besser können Sie später auch das genaue Ausmaß der Verletzungen anschaulich dokumentieren. Eine reine Diagnose durch einen Arzt ist bei Weitem nicht so aussagekräftig.

Lassen Sie sich wenn möglich auch die Ergebnisse bildgebender Untersuchungen (Röntgen- und CT-Bilder) und Operationsberichte aushändigen. Dadurch kann man später das Schadensausmaß wesentlich genauer einschätzen.

Empfehlenswert kann auch sein, sich vom eigenen Arzt schriftlich bestätigen zu lassen, dass zuvor keine gesundheitlichen Beschwerden vorlagen, und sämtliche Beschwerden daher vom Unfallgeschehen herrühren müssen. Das ist nicht selten ein Streitpunkt, mit diesem Argument versucht die Gegenseite häufig, den Personenschaden durch den Unfall kleiner zu reden als er tatsächlich ist.

Bewahren Sie immer alle Originale sorgfältig auf und geben Sie, wenn Sie dazu aufgefordert werden, grundsätzlich nur Kopien heraus. Die Originale sollten immer bei Ihnen verbleiben.

Schritt 3: Einen fachlich erfahrenen Anwalt engagieren

In fast allen Fällen wird der Unfallgegner versuchen, Ihren erlittenen Schaden so gering wie möglich aussehen zu lassen, um die eigenen Schadenersatzpflichten zu drücken. Das ist sein legitimes Interesse - es liegt dabei an Ihnen, solche Versuche ausreichend zu widerlegen.

Ein spezialisierter Rechtsanwalt, der auch Erfahrung in der Vertretung von Personenschäden hat, kann dabei eine unschätzbare Hilfe sein. Als Rechtsanwalt klärt er Sie einerseits über alle Ansprüche auf, die Sie geltend machen können (das sind in der Praxis durchaus einige) und hilft Ihnen andererseits, Ihre Ansprüche gegenüber der Gegenseite auch tatsächlich durchzusetzen (zum Beispiel gegenüber dem Haftpflichtversicherers des Unfallgegners).

Ansprüche kann man grob in drei Gruppen einteilen:

  • Schadenersatz für materielle Schäden
  • Schmerzensgeld (dieser Punkt wird oft viel zu wenig beachtet) sowie
  • Vermögensschäden durch den Unfall

Ein Vermögensschaden liegt immer dann vor, wenn Sie durch den Unfall indirekt finanzielle Einbußen erleiden. Das könnte zum Beispiel der Fall sein, wenn Sie einen gebuchten Flug nicht mehr erreichen und einen neuen Flug buchen müssen, der teurer ist. Dann wurde durch den Verkehrsunfall auch Ihr Vermögen geschädigt.

Schmerzensgeld steht Ihnen als Entschädigung für alle Schmerzen, Unbequemlichkeiten und Einschränkungen zu, die Sie im Gefolge der Verletzungen erdulden mussten. Das können durchaus auch psychische Schmerzen, Ängste oder Traumata sein. Auch das muss der Unfallgegner (beziehungsweise seine Versicherung bei einem Verkehrsunfall) immer "billig" (rechtlich bedeutet der Begriff "ausreichend angemessen") entschädigen. Gerade bei solchen Ansprüchen ist ein Rechtsanwalt oft hilfreich, um tatsächlich eine faire Entschädigung zu erreichen, was man selbst ohne Vertretung durch einen Rechtsanwalt oft kaum erreichen kann.

Dazu kommen eventuell auch noch andere Schäden zum Tragen, für die der Unfallverursacher aufkommen muss:

  • Erwerbsschäden
  • Haushaltsführungsschäden
  • Zinsschäden
  • Unterhaltsschäden
  • Betreuungsunterhaltsschaden
  • Schadenersatz für vermehrte Bedürfnisse
  • im schlimmsten Fall auch Beerdigungskosten, Waisenansprüche, Schmerzensgeld für Hinterbliebene

Wer rechtlich unkundig ist, wird in den seltensten Fällen tatsächlich beurteilen können, welche Ansprüche er wann geltend machen kann und darf. Oft bleiben wichtige Ansprüche unberücksichtigt, und werden dann gar nicht entschädigt. Darum ist ein Rechtsanwalt oft eine unverzichtbare Hilfe.

Schritt 4: Eventuell einen Gutachter bestellen

In schwierigen Fällen kann es sein, dass Sie einen Gutachter bestellen müssen. Bei medizinischen und/oder psychologischen Gutachten sollten Sie immer genau darauf achten, dass der bestellte Gutachter tatsächlich fachlich ausreichend kompetent und fähig ist und vor allem unabhängig arbeiten kann. Im Zweifelsfall sollte die Unabhängigkeit und die fachliche Kompetenz auch schriftlich geklärt werden.

Als erfahrene Anwälte stehen wir Ihnen nach einem Unfall mit Personenschaden jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Wir helfen Ihnen zu ermitteln, welche Ansprüche Sie geltend machen können, können Ihnen mit unserer jahrelangen Erfahrung eine realistische Einschätzung liefern und Ihnen am Ende auch helfen, Ihre Ansprüche vollumfänglich durchzusetzen. Sprechen Sie uns an!