Umgangsrecht


Geschiedene Eheleute bleiben Eltern

Streit zwischen Eltern darf nicht auf Kosten des Kindes geführt werden. Eltern müssen auch in der Trennungssituation immer daran denken, dass Kinder sich in vielen Fällen nichts sehnlicher wünschen, als mit Mutter und Vater zusammen sein zu können. Das deutsche Familienrecht sieht deshalb ein Umgangsrecht des Kindes mit beiden Elternteilen und eine Umgangspflicht für Eltern vor. Um Trennungssituationen einfacher zu machen, ist die Mithilfe des persönlichen Umfelds oft hilfreich. Großeltern und enge Bezugspersonen können deshalb ebenfalls ein Umgangsrecht mit dem Kind getrennt lebender Eltern durchsetzen.

Umgang auch ohne Sorgerecht

Eltern, die gemeinsam sorgeberechtigt sind, sollten sich über die Ausgestaltung des Umgangs selbst einigen. Kommt keine Einigung zustande, ordnet das Familiengericht gemäß § 1684 Absatz 2 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) eine Umgangsregelung an. Der regelmäßige Umgang mit dem Kind muss auch dann stattfinden, wenn der Berechtigte selbst nicht sorgeberechtigt ist. Einen vollständigen Ausschluss jeglicher Umgangskontakte kann nur das Familiengericht anordnen. Voraussetzung dafür ist, dass jeglicher Umgang dem Kindeswohl schaden würde. Der Rechtsanwalt für Familienrecht kennt die Rechtsprechungspraxis und weiß, dass Familienrichter sich zu einer derartigen Entscheidung nur in seltenen Ausnahmefällen entschließen. Bevor ein Umgangsausschluss erfolgt, würde zunächst begleiteter Umgang angeordnet werden, bei dem der Umgangsberechtigte in Anwesenheit einer neutralen, dritten Person beweisen kann, dass er mit dem Kind verantwortungsvoll umgeht.

Keine generelle 14-Tage-Regel

Es gibt keine verbindlichen Richtlinien der Familiengerichte, wie ein ausreichender Umgangskontakt zwischen Eltern und Kind aussehen soll. In jedem Einzelfall müssen das Alter des Kindes, besondere Bedürfnisse und Ansprüche und die Möglichkeiten des Berechtigten berücksichtigt werden. Für kleine Kinder sind mehrere kurze Umgangskontakte mit nicht zu langen Abständen sinnvoll, weil ihnen Personen, die nicht regelmäßig anwesend sind, schnell fremd werden. Ein ganzes Wochenende, dem vierzehn Tage Pause folgen, ist hier oftmals nicht der ideale Weg, Kontakt zu erhalten und zu festigen.

Bedürfnis des Kindes ist wichtig

Bei Schulkindern bewährt sich in der Regel der 14-tägige Umgang mit Übernachtung am Wochenende. Nach neuer Rechtsprechung kann Umgang auch in Form eines wöchentlichen Wechsels zwischen den Haushalten der Eltern festgelegt werden. Voraussetzung ist in diesem Fall die gemeinsame Sorgerechtsausübung und ein gutes Kommunikationsverhalten zwischen den Beteiligten. Für das Kind steht erhöhter Wechselstress der Chance gegenüber, am Alltag beider Eltern teilnehmen zu können.

Kontakt ohne Reglementierung

Umgangskontakte darf der Umgangsberechtigte nach seinen eigenen Vorstellungen und nach Abstimmung mit dem Kind alleine gestalten. Der andere Elternteil hat auch dann, wenn es sich um ein Kleinkind handelt, keinen Rechtsanspruch darauf, beim Umgang anwesend zu sein. Umfangreiche Anweisungen dafür, was an den Umgangstagen gemacht werden soll, was das Kind essen und was es nicht essen soll, welche Sendungen es im Fernsehen anschauen darf und wann es ins Bett gehen muss, sind nicht zulässig und müssen nicht eingehalten werden. Ausnahmen sind ärztlich attestierte Auflagen bei Essen und Bewegung, deren Vernachlässigung nachteilige gesundheitliche Folgen für das Kind haben kann. Auf weltanschauliche Eigenheiten des anderen Elternteils muss beim Umgang keine Rücksicht genommen werden. Fehlt hier Toleranz, kann die Vermittlung des Jugendamts in Anspruch genommen werden. Im Streitfall entscheidet das Familiengericht.

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