Familienzusammenführung


Wissenswertes zum Thema Familienzusammenführung

Das deutsche Grundgesetz stellt in Artikel 6 Familien unter besonderen Schutz. Daraus ergeben sich auch im Ausländerrecht für all die Familien zahlreiche Konsequenzen, die auseinandergerissen wurden oder aus anderen Gründen nicht so zusammenleben können, wie sie eigentlich möchten. Angestrebt wird dann üblicherweise eine Familienzusammenführung. Geregelt wird diese durch das Aufenthaltsgesetz, welches grundsätzlich unterscheidet zwischen dem Familiennachzug zu einem deutschen Staatsbürger und dem zu einem Ausländer mit Aufenthaltserlaubnis. Gerade in letzterem Fall empfiehlt sich unbedingt, einen Rechtsanwalt einzuschalten, damit in der juristischen Prozedur keine Fehler passieren, die verhindern könnten, dass die Familie endlich vereint ist.

Voraussetzungen für den Familiennachzug zu einem Deutschen

Das Aufenthaltsgesetz setzt für den Familiennachzug zu einem Deutschen voraus, dass dieses Familienmitglied seinen Wohnsitz in Deutschland hat. Zur Familie zählen dann Ehepartner, Kinder und bei einem minderjährigen Kind auch die Elternteile. Ein typisches Problem bei der Familienzusammenführung ist, dass die Einreise nach Deutschland an ein Visum gebunden ist. Dieses muss bei der für das jeweilige Aufenthaltsland zuständigen deutschen Botschaft beantragt werden. Hier werden diverse Dokumente verlangt, insbesondere eine Einladung des Familienmitglieds, das in Deutschland lebt, und der Nachweis über deutsche Sprachkenntnisse. Ist das Visum erteilt und die Einreise nach Deutschland erfolgt, wird im Rahmen der Familienzusammenführung in Deutschland die Aufenthaltserlaubnis beantragt. Auch wenn das Ausländerrecht den Familiennachzug zu einem Deutschen grundsätzlich vergleichsweise einfach gestaltet, lohnt sich die Beratung durch einen Rechtsanwalt. Dieser stellt sicher, dass sich die Familien nicht in juristischen Fragen verrennen und der Vorgang so schnell wie möglich abgeschlossen wird.

Familiennachzug zu einem in Deutschland lebenden Ausländer

Wenn ein in Deutschland lebender Ausländer seine Familie nachholen will, muss er bereits über eine Aufenthaltserlaubnis verfügen. Dies ist nicht nur bei ausländischen Arbeitern hierzulande der Fall, sondern auch bei vielen Flüchtlingen und Asylbewerbern. Üblicherweise muss nachgewiesen werden, dass die nach Deutschland einladende Person über genügend Wohnraum und Einkommen verfügt, um die Familie aufzunehmen. Dies wird bereits beim Antrag für das Visum geprüft und später erneut beim Antrag auf Aufenthaltserlaubnis. Unter Umständen kann die zuständige Ausländerbehörde durch Einzelfallentscheidungen die Familienzusammenführung auch dann ermöglichen, wenn nicht alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Ein Rechtsanwalt, der sich im Ausländerrecht auskennt, garantiert Familien ein korrektes Verfahren und erhöht die Chancen deutlich, die angestrebte Familienzusammenführung erfolgreich abzuschließen.

Familienzusammenführung bei Flüchtlingen und Asylsuchenden

Besonders schwierig ist die Prozedur des Familiennachzugs, wenn die Familie wegen Flucht vor Krieg oder Bedrohung getrennt wurde. Ein Teil der Familie hält sich dann in der Bundesrepublik auf, der andere Teil im Heimatland oder in einem Drittstaat. Selbst wenn der Gesetzgeber grundsätzlich ermöglichen möchte, dass Ehegatten und Kinder nachreisen, sind solche Fälle ohne Unterstützung durch den Rechtsanwalt kaum zu bewältigen: Es gelten zahlreiche Fristen, je nach Sichtweise widersprechen sich deutsches und europäisches Recht, die Einladenden lernen die deutsche Sprache meistens erst. Selbst deutsche Bürger würden sich im Dschungel der Fachbegriffe kaum zurechtfinden. So ist beispielsweise zwischen Asylberechtigten, anerkannten Flüchtlingen, geduldeten Ausländern und Personen zu unterscheiden, denen Deutschland subsidiär Schutz erteilt hat.

Das Ausländerrecht sieht vor, dass Anträge auf Familienzusammenführung innerhalb von drei Monaten gestellt werden, sobald der Status des einladenden Familienmitglieds dies erlaubt. Später gestellte Anträge unterliegen deutlich schwierigeren Bedingungen. Häufig will das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) dann die Einzelfälle nochmals überprüfen. Auch hier machen die Antragsteller durch einen Rechtsanwalt deutlich, wie wichtig ihnen die Familienzusammenführung ist und dass sie seriöse Behandlung erwarten.

Im Ausländerrecht nicht den Überblick verlieren

Zusammengefasst gilt: Die vom Grundgesetz gebotene Unterstützung einer Familienzusammenführung wird in der Praxis gerade für Flüchtlinge und Asylbewerber durch zahlreiche Regelungen im Ausländerrecht mehr als nur erschwert. Ein kundiger Rechtsanwalt hilft im individuellen Fall, das berechtigte Interesse einer Familienzusammenführung durchzusetzen – ob Sie nun persönlich betroffen sind oder Sie eine Flüchtlingsfamilie unterstützen möchten.

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