Einbürgerung


Voraussetzungen für die Einbürgerung von Ausländern

Immer mehr ausländische Zugezogene entscheiden sich für die deutsche Einbürgerung. Um diese zu erlangen, müssen ausländische Staatsbürger diverse Voraussetzungen erfüllen.

Was bedeutet Einbürgerung?

Unter Einbürgerung ist die Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft zu verstehen. Durch sie erhalten Ausländer aus anderen Staaten alle Rechte, die jedem deutschen Bürger zuteilwerden. Der stets befristete Aufenthaltstitel entfällt damit und eine uneingeschränkte Arbeitserlaubnis ist lebenslang gegeben. Der Eingebürgerte erhält das Wahlrecht und profitiert durch den Erhalt der deutschen Staatsbürgerschaft in Bezug auf eine visafreie Einreise in knapp 180 Länder der Welt.

In der Regel muss der Antragsteller seine bisherige Staatsbürgerschaft aufgeben, um die deutsche Einbürgerung zu erhalten. In manchen Fällen bestehen spezielle Abkommen mit Ländern, die es Antragstellern erlauben, eine doppelte Staatsbürgerschaft zu führen, woran manchmal bestimmte Bedingungen geknüpft sind. Zu diesen Ländern gehören zum Beispiel die Türkei und die USA. Geregelt wird die Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft über das Einbürgerungsgesetz.

Voraussetzung Wohnsitz und Beantragungsort

Grundsätzlich muss der Antragsteller seinen dauernden Wohnsitz in Deutschland besitzen und dementsprechend über einen rechtskräftigen Aufenthaltstitel verfügen. Eine aktuelle Meldebescheinigung des Wohnsitzes ist bei Antragstellung erforderlich. Ausnahmen bilden Kinder von Eltern, von denen mindestens ein Elternteil deutscher Staatsbürger ist, die durch Geburt im Ausland automatisch die Staatsangehörigkeit des Geburtslandes erhielten. Diese Kinder haben laut Einbürgerungsgesetz das Recht, die Staatsbürgerschaft auch ohne dauerhaften Wohnsitz in Deutschland zu erhalten. Während Ausländer die Antragstellung in Deutschland und bei der ortszuständigen Behörde vornehmen müssen, können Kinder deutscher Elternteile die deutsche Staatsangehörigkeit im Ausland über die dortige Auslandsvertretung und/oder den in Deutschland ansässigen Rechtsanwalt für Ausländerrecht beantragen.

Voraussetzung Mindestaufenthalt

Um eine Einbürgerung beantragen zu können, muss der ausländische Antragsteller seit mindestens acht Jahren über einen gültigen Aufenthaltstitel verfügen. In manchen Fällen kann die Mindestaufenthaltsdauer auf sechs oder sieben Jahren reduziert werden. Bei einer Beantragung zur Einbürgerung nach sieben Jahren ist ein erfolgreich abgeschlossener Integrationskurs nachzuweisen. Erfolgt die Antragstellung nach sechs Jahren Aufenthaltsdauer in Deutschland, müssen deutsche Sprachkenntnisse mindestens auf dem Niveau von B2 vorhanden sein. Dies wird im Rahmen des Antragsverfahrens von der örtlichen Behörde durch spezielle Deutschtests überprüft.

Für Ausländer, die mit einem deutschen Staatsbürger in einer Ehe oder Lebensgemeinschaft leben, kann eine deutsche Einbürgerung bereits nach drei Jahren Aufenthalt in Deutschland beantragt werden, sofern die Ehe beziehungsweise Lebensgemeinschaft mindestens seit zwei Jahren besteht. Bei einer ehelichen Gemeinschaft ist der Beantragung ein entsprechender Registerauszug des Standesamtes beizufügen.

Die Aufenthaltsdauer ist lückenlos nachzuweisen. Es müssen also Nachweise erbracht werden, aus welchen ersichtlich ist, dass die Mindestaufenthaltsdauer in Deutschland erreicht ist. Das können zum Beispiel Miet- und Versorgungsverträge oder Arbeitsbescheinigungen aus den vergangenen Jahren sein.

Mindestalter des Antragstellers

Das Mindestalter für Antragsteller beträgt 16 Jahre. Auch hier gilt eine Ausnahme bei Kindern von deutschen Eltern mit Nationalität durch einen ausländischen Geburtsort. Hier kann die deutsche Staatsbürgerschaft ab dem Geburtszeitpunkt aus dem Ausland heraus über die Auslandsvertretung beantragt werden.

Wirtschaftliche Situation von einbürgerungswilligen Ausländern

Wer als Ausländer die deutsche Einbürgerung erlangen möchte, sollte in der Lage sein, seinen Lebensunterhalt und gegebenenfalls den von Unterhaltsberechtigten, wie minderjährigen Kindern, aus eigenen finanziellen Mitteln bestreiten zu können. Das bedeutet, dass ausreichend Einkünfte zu Verfügung stehen müssen. Dies können Einkünfte sein, die sich aus Pacht und Vermietung, Rente oder Pensionen, Kapitalanlagen oder aus selbstständiger beziehungsweise nichtselbstständiger Tätigkeit ergeben. Voraussetzung ist, dass sie regelmäßig bezogen werden. Die Einkünfte sind der zuständigen Behörde bei Antragstellung nachzuweisen. Dies betrifft ebenso finanzielle Verpflichtungen, welche die Einkünfte schmälern. Dazu zählen unter anderem Unterhaltszahlungen, Bürgschaften oder Kredite.

Sind keine eigenen Einkünfte vorhanden und ist der Antragsteller ist auf die finanzielle Unterstützung Dritter angewiesen, wie beispielsweise durch das deutsche Sozialsystem (Hartz IV beziehungsweise Grundsicherung), ist die Chance gering, dass einer deutschen Einbürgerung stattgegeben wird. Genaue Informationen hierzu sind über den Rechtsanwalt für Ausländerrecht erhältlich. Dieser kann zudem darüber aufklären, welche Sozialbezüge nicht als Ausschlusskriterium gelten, wie zum Beispiel der Bezug von Bafög oder Kindergeld.

Voraussetzung Aufenthaltstitel und Identitätsnachweis

Zur Erlangung der deutschen Einbürgerung ist es unabdingbar, über einen gültigen Aufenthaltstitel zu verfügen. Von diesen gibt es in Deutschland verschiedene Arten und nicht jede erlaubt die Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft. So ist beispielsweise ein rechtskräftiges Asylbleiberecht von dem Recht zum Erhalt einer deutschen Staatsbürgerschaft ausgeschlossen. Ebenfalls gilt dies für Ausländer, die sich rechtmäßig mit bestimmten Visa in Deutschland aufhalten. Ein gültiger Aufenthaltstitel reicht für eine Identifizierung nicht aus, die für eine Antragstellung notwendig ist. Dazu müssen eine originale Geburtsurkunde sowie ein nationaler Ausweis beziehungsweise ein gültiger Reisepass des Landes vorgelegt werden, dessen Staatsbürgerschaft man besitzt.

Einbürgerung und Straffälligkeiten

Voraussetzung für eine Einbürgerung ist ein straffreier Lebenslauf in Deutschland sowie im Ausland, wobei Verjährungsfristen berücksichtigt werden. Bei geringfügigen verübten Straftaten wird meist im Einzelfall entschieden. Polizeiliche Führungszeugnisse sowie wahrheitsgemäße Angaben darüber, ob aktuell aufgrund einer Straftatenbeschuldigung ermittelt wird, zählen zu den Pflichten des Antragstellers.

Zusätzliche Voraussetzungen

Als Ausländer müssen Sie sich zusätzlich zu den bereits genannten Voraussetzungen zu der demokratischen Grundordnung Deutschlands bekennen. Zudem muss meist, je nach Staatsbürgerschaft, einer Aufhebung der bisherigen Staatsbürgerschaft zugestimmt werden.

Kein genereller Rechtsanspruch auf Einbürgerung

Auch wenn alle Voraussetzungen zur deutschen Einbürgerung gegeben sind, so bedeutet dies nicht gleichzeitig das grundsätzliche Recht, die deutsche Staatsbürgerschaft zu erlangen. In zahlreichen Fällen entscheidet die Ausländerbehörde individuell und behält sich grundsätzlich das Recht vor, Einbürgerungsanträge abzulehnen. Um die Chancen für Ausländer mit dem Wunsch einer deutschen Staatsbürgerschaft zu erhöhen, empfiehlt es sich, einen Rechtsanwalt mit dem Fachgebiet „Ausländerrecht“ einzuschalten. Dieser besitzt viele Erfahrungen im Ausländerrecht und im Einbürgerungsprozess. Durch den Fach-Rechtsanwalt kann das Verfahren optimiert und verkürzt werden. Fehler, die unter Umständen zu einer Antragsablehnung führen, werden durch den Rechtsanwalt für Ausländerrecht vermieden.

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